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Um welchen Lärm geht es im Lärmaktionsplan?

In der Lärmaktionsplanung geht es um Lärm, der durch Straßenverkehr, Schienenverkehr, Flugverkehr oder gewerbliche Anlagen erzeugt wird. Nicht im Lärmaktionsplan behandelt werden Nachbarschafts-, Veranstaltungs-, Baustellen- oder Gaststättenlärm – hierzu gibt es bereits verbindliche Regelungen an anderer Stelle (mehr dazu finden Sie hier: http://www.stadtentwicklung.berlin.de/umwelt/laerm/laermschutz/index.shtml).

Straßenverkehrslärm

Mit Straßenlärm wird der von Autos, Motorrädern und Lkw erzeugte Lärm bezeichnet. Fast 300.000 Berlinerinnen und Berliner leiden nachts und etwa 245.000 Anwohnerinnen und Anwohner tagsüber unter Straßenverkehrslärm, der gesundheitsrelevant ist. Dabei wurden bisher bereits 40.000 Anwohnerinnen und Anwohner durch Maßnahmen zur Lärmminderung – z.B. die Tempo-30-Abschnitte für die Nacht – entlastet.

Lärm von Straßenbahnen und U-Bahnen

Auch Straßenbahnen und oberirdische U-Bahnen sind wesentliche Lärmquellen. Die U-Bahn ist vor allem dort problematisch, wo sie als Hochbahn zwischen Wohnhäusern entlang führt. Die 7.700 Menschen, die aktuell – trotz zahlreicher Sanierungsmaßnahmen – Straßenbahn- und U-Bahnlärm ausgesetzt sind, der nachts 60 Dezibel übersteigt, sind zum großen Teil auch von Straßenverkehrslärm betroffen. Bedenkt man jedoch, wie viele Menschen U-Bahnen im Gegensatz zu einzelnen Autos transportieren, ohne entsprechend mehr Lärm zu verursachen, wird deutlich, dass sie eher Teil der Lösung als Teil des Problems sind.

S-Bahn, Fern- und Regionalverkehr

Fern- und Regionalverkehr und S-Bahn sind neben dem Kfz-Verkehr die Hauptquellen für Verkehrslärm. Er entsteht vor allem durch Antriebs- und Rad-Schiene-Geräusche sowie durch Aerodynamik. Hinzu kommen Kurven- und Bremsgeräusche im innerstädtischen Bereich. 2007 waren circa 13.300 Menschen nachts mit Pegeln von mehr als 60 dB(A) und 5.900 Menschen tagsüber mit Pegeln von mehr als 70 dB(A) durch Bahnverkehr belastet. Anmerkung: Die Erstellung der Lärmkarten für den Bahnverkehr erfolgt bundesweit durch das Eisenbahnbundesamt. Eine Aktualisierung der Karten von 2007 ist voraussichtlich erst zum Ende des Jahres möglich. Siehe auch: Bericht Bericht zum Lokalen Schienenverkehr (Lärmminderungsplanung 2008)

Fluglärm

Fluglärm unterscheidet sich wesentlich vom Lärm der anderen Verkehrsmittel. Er wird von oben abgestrahlt und lässt sich außerhalb von Gebäuden nicht abschirmen. Die Lärmbelastung entsteht vor allem bei Starts und Landungen.Daher liegen die am meisten belasteten Gebiete in der Umgebung des Flughafens. Zurzeit verfügt das Land Berlin noch über den Flughafen Tegel, dessen Schließung jedoch bevorsteht.

Zudem gibt es direkt an der Landesgrenze den Flughafen Schönefeld mit vergleichsweise geringen Lärmbelastungen auf Berliner Stadtgebiet. Derzeit wird dieser zum neuen Hauptstadtflughafen Berlin-Brandenburg International (BER) ausgebaut, der nach seiner Fertigstellung den gesamten Flugverkehr der Region aufnehmen soll. Durch die notwendige Verschiebung des Eröffnungstermins des BER besteht derzeit Unsicherheit, wann die Verlagerung des Flugbetriebes und in Verbindung damit die Schließung des Flughafens Tegel möglich sein wird.

Durch den Weiterbetrieb des Flughafens Tegel sind ca. 20.500 Anwohnerinnen und Anwohner hohen Lärmbelastungen ausgesetzt. Im Bereich des Flughafens wurden jedoch in der Vergangenheit bereits umfangreiche Schallschutzmaßnahmen realisiert. Mit der Inbetriebnahme BER und der Schließung Tegels wird sich die Lärmbetroffenheit insgesamt deutlich verringern. Die Schwellenwerte für die Lärmaktionsplanung werden dann im Stadtgebiet von Berlin nicht mehr überschritten. Der Lärmschutz für den Flughafen Berlin-Brandenburg (BER) wurde im Rahmen des gesetzlichen Genehmigungsverfahrens geregelt.