Berlin.de Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt

Friesenstraße Kreuzberg

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Straßenlärm Tag (bzw. 24h)

Friesenstraße Kreuzberg

Die Friesenstr. in Kreuzberg wird seit Jahren und zunehmend als Durchgangsstraße und Nord-Süd-Ausweichroute für den chronisch verstopften Mehringdamm benutzt. Zwar gilt Tempo 30, daran hält sich aber niemand - wirklich niemand. Lärm und Verkehrsaufkommen auf dem Kopfsteinpflaster sind in den vergangen Jahren so sehr gestiegen, dass neben der Belastung durch die Dauerbedröhnung ein Aufenthalt auf dem Balkon oder ein offenes Fenster im Sommer auch nachts unmöglich ist, vom "Dauerbeben" in den Wohnungen ganz zu schweigen. Auch wer hier in einem Straßencafé draußen sitzt, kann sich nur schreienderweise verständigen. Eine Asphaltierung des Kopfsteinpflasters würde diesem Kiez einen Teil seines Charmes nehmen, wäre wohl auch nicht im Sinne der Anwohner und würde zudem wahrscheinlich zu noch schnellerem Fahren in dem Wohngebiet verleiten. Deswegen wäre mein Vorschlag, entweder konsequent für eine Einhaltung der erlaubten Geschwindigkeit zu sorgen (allerdings habe ich in 20 Jahren keine Kontrolle erlebt) oder die Geschwindigkeit der Fahrzeuge durch den Einbau von effektiven "Hindernissen" wie bepflanzte Ausbuchtungen o.Ä. zu verlangsamen. Die für die Bewohner wohl optimale Lösung, eine Unterbindung der Durchfahrt zur Zossener Str., ist wahrscheinlich illusorisch – aber die Hoffnung stirbt zuletzt.

Eigene Auswahl möglicher Maßnahmen
KFZ-Spuren reduzieren oder verengen
Vorstrecken des Gehwegs
Verkehrsfluss organisieren (Verlagerung, Verkehrsfluss verbessern, Lieferzonen, Parkraumbewirtschaftung)
10 Teilnehmer/innen unterstützen den Vorschlag
0 Teilnehmer/innen sind neutral
4 Teilnehmer/innen lehnen den Vorschlag ab

Erklärung: Die Bewertung diente der Ermittlung einer Top20-Liste, weitere Infos dazu hier.

Rückmeldung der Senatsverwaltung: 

Die Friesen- und Zossener Straße gehören zum übergeordneten Straßennetz des Stadtentwicklungsplans Verkehr. Die Straßen erschließen das Wohngebiet südlich der Gneisenaustraße zwischen Mehringdamm und der Zossener Straße, die auch für den Öffentlichen Personen-Nahverkehr (Bus 248) genutzt wird. Zudem erzeugen die Kfz-Zulassungsstelle in der Jüterboger Straße und die Geschäftsstraßen Bergmann-/Zossener Straße Quell- (hier beginnend) und Zielverkehr (hier endend) auf diesem Straßenzug.

Das Gebiet um den Marheinekeplatz und die Bergmannstraße hat bereits durch verkehrslenkende Maßnahmen an städtischer Qualität gewonnen, die an anderen Stellen in der Stadt noch erreicht werden muss.

Die Friesenstraße hat einen insgesamt schadhaften Pflasterbelag, durch den trotz der bestehenden Tempo-30-Regelung hohe Lärmpegel, insbesondere von schweren Fahrzeugen, verursacht werden. Zur Lärmminderung sollte vorrangig eine Sanierung der Friesenstraße mit Asphalt geprüft werden; darüber hinaus wären zusätzliche straßenräumliche Maßnahmen (z. B. Verengung der Fahrspuren durch Mittelinseln) sinnvoll, die zur Einhaltung der vorgeschriebenen Geschwindigkeit und Verstetigung des Verkehrsablaufs beitragen. Dazu notwendige Abstimmungen müssen mit dem Bezirk, der Abteilung Verkehr der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt sowie mit dem Landes- und bezirklichen Denkmalamt geführt werden, die eine Beibehaltung des historischen Straßenbildes mit Pflasterbelag bevorzugen.

Eine Sperrung der Durchfahrt in der Zossener Straße würde voraussichtlich unerwünschte Verkehrsverlagerungen in anliegende Wohnstraßen zur Folge haben. Nach erster Einschätzung lässt sich damit auch nur ein begrenzter Anteil des Verkehrsaufkommens in diesem Bereich verhindern – nämlich der Anteil an Wagen, die diese Straße trotz der Tempo-30-Zonen-Regelungen als Verbindungsstraße nutzen. Es ist fraglich, ob mit einer solchen Maßnahme eine ausreichende Lärmminderung sichergestellt werden kann.

Insofern besteht nach erster fachlicher Einschätzung insbesondere der Bedarf, die Fahrbahnoberfläche der Friesenstraße zu sanieren. Eine weitere Reduzierung der vorgeschriebenen Höchstgeschwindigkeit (z. B. auf 20 km/h) kann gegebenenfalls aus Verkehrssicherheitsgründen angesichts der schadhaften Fahrbahn in Betracht gezogen werden. Damit wäre zumindest auch eine Minderung der Erschütterungen erreichbar. Dies ist aber vom Bezirk, zu prüfen und zu bewerten.

Im Rahmen des Lärmfachworkshops wurden im Hinblick auf mögliche Lösungsansätze zum Thema Verkehrslärm folgende Prüfaufträge verabredet, die mit der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Abteilung Verkehr, der Verkehrslenkung Berlin und dem Bezirk noch abzustimmen sind:

- eine Verkehrsuntersuchung im Bereich der Friesenstraße, um die aktuelle Verkehrssituation sachgerecht beurteilen zu können,
- ob und inwieweit durch Fahrbahnsanierung Möglichkeiten bestehen, Lärm zu reduzieren sowie die Ermittlung eines möglichen Zeithorizonts zur Umsetzung einer entsprechenden Baumaßnahme,
- die Aufstellung eines zweiten Dialog-Displays, um auch die bislang unberücksichtigten Fahrten von Norden nach Süden erfassen und auswerten zu können.

Gewünscht wird ein koordiniertes Vorgehen bei der Planung zur „Begegnungszone“ Bergmannstraße.