Berlin.de Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt

Laute Fahrzeuge und neue Technik (Diskussionsbeitrag von der Lärmwerkstatt Lichtenberg)

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Straßenlärm Tag (bzw. 24h)

Laute Fahrzeuge und neue Technik (Diskussionsbeitrag von der Lärmwerkstatt Lichtenberg)

Dieser Beitrag stellt das Ergebnis eines Diskussionstisches bei der Lärmwerkstatt Lichtenberg dar. Die Diskussion wurde im Nachgang von der Moderation zusammengefasst. Die umfassende Dokumentation der Lärmwerkstatt Lichtenberg finden Sie hier: https://leises.berlin.de/sites/default/files/downloads/Ergebnisprotokoll...

Zusammenfassung der Diskussion:
In dieser Diskussion ging es um allgemeine Lärmprobleme, wie laute Fahrzeuge, den Verkehrsfluss behindernde Ampelschaltungen, hohes Verkehrsaufkommen und neue technische Möglichkeiten um Lärm zu mindern.

Um diese Lärmprobleme zu mindern, schlugen die Bürgerinnen und Bürger vielfältige Maßnahmen vor: Als wichtige Maßnahme sah der Diskussionstisch die Optimierung des Verkehrsflusses, z.B. durch grüne Wellen oder die Nachtabschaltung von Ampeln. Außerdem schlugen die Teilnehmenden stärkere Polizeikontrollen vor um bestehende Regelungen besser zu kontrollieren. Außerdem solle in Berlin überprüft werden, ob noch neuere Technologien genutzt werden können, um Ampelschaltungen zu optimieren, die Schiene besser zu nutzen und den ÖPNV besser zu finanzieren. Wichtig war den Bürgerinnen und Bürgern auch, dass an den Straßen stärker darauf aufmerksam gemacht wird, Lärm zu verringern. Ebenfalls diskutiert wurde ein geringerer Einsatz des Martinshorns um Anwohner zu entlasten. In Bezug auf die Lärmschutzwand in der Cecilienstraße wurde außerdem vorgeschlagen die Lärmschutzwand bis zur Elisabethstraße zu verlängern, da diese Maßnahme weitere Anwohner, insbesondere nachts entlasten würde.

Liste der benannten Lärmprobleme:

  • Den Verkehrsfluss behindernde Ampelschaltungen, Lärm durch Anhalten/ Abfahren, Rasen um noch „rüberzukommen“
  • LKW/ PKW/ Investitionen/ Ampelschaltung (Verkehr leiser machen)
  • Hohes Verkehrsaufkommen, Einsatzfahrzeuge, Anfahren und Abbremsen zwischen Nöldnerplatz und Rummelsburger Straße
  • Lärm durch Einsatzfahrzeuge
  • Schienenreinigungsfahrzeuge
  • Raser, die Motoren aufheulen lassen, meist auf Hauptstraßen
  • Hohes Verkehrsaufkommen, Einsatz- und Sonderfahrzeuge, BVG, im Sommer Rennstrecke
Eigene Auswahl möglicher Maßnahmen
Lärmschutzwände oder -wälle
Verkehrsfluss organisieren (Verlagerung, Verkehrsfluss verbessern, Lieferzonen, Parkraumbewirtschaftung)
Eigener Maßnahmenvorschlag
ÖPNV + Car Sharing, Ampelschaltung, Lieferverkehr auf Schiene, Vorgaben Martinshorn, Lärmblitzer, Einsatz-Kfz nur am WE
0 Teilnehmer/innen unterstützen den Vorschlag
0 Teilnehmer/innen sind neutral
0 Teilnehmer/innen lehnen den Vorschlag ab

Erklärung: Die Bewertung diente der Ermittlung einer Top20-Liste, weitere Infos dazu hier.

Rückmeldung der Senatsverwaltung: 

Lärmbelastung durch Signalhörner

Die Lärmbelastung durch Signalhörner des Rettungsverkehrs wird im Rahmen der Lärmkartierung nicht abgebildet. Es ist nachvollziehbar, dass diese im Nahbereich des Unfallkrankenhauses Marzahn, des Oskar-Ziethen-Krankenhauses, der Polizeistationen der Abschnitte 63 und 64 und auch an anderen Stellen im Stadtgebiet eine hohe Störwirkung haben. Folgende Maßnahmen zur Minderung dieser Belastung wurden bisher geprüft mit folgendem (vorläufigem) Ergebnis:

Ampel-Anforderungen des Rettungsverkehrs, die die Lärmbelästigung durch Signalhörner mindern können, sind in Berlin bisher an mehreren Feuerwachen für insgesamt 16 Ampel-Standorte umgesetzt. Im Bezirk Lichtenberg existieren aktuell keine Ampelanlagen, die von einer Feuerwache aus angefordert werden können. Dabei wird die Ampel-Anforderung von der Feuerwache aus ausgelöst, wenn die Fahrzeuge ausfahren.

Da die Fahrzeuge nicht über die Technik zur Anforderung verfügen, ist ein direkter Einsatz am Zielort (wie Unfallkrankenhaus, Oskar-Ziethen-Krankenhaus) nicht möglich. Insgesamt ist die Wirksamkeit der Ampelsteuerungen zur Lärmminderung des Rettungsverkehrs aber auch begrenzt, insbesondere da eine Umschaltung verkehrssicher möglich sein muss, d. h. der kreuzende Verkehr einschließlich der Fußgänger muss die Kreuzung geräumt haben. Das kann zu zeitlichen Verzögerungen führen, die bei der Verwendung des Signalhorns nicht auftreten. Im Hinblick auf die Nutzung von Signalhörnern bei Rettungs- und Polizeifahrzeugen verweist die Polizei auf die einschlägigen Vorschriften und die geltende Rechtslage; insbesondere auf den Umstand, dass zur Sicherung des Sonderrechts immer Signalhorn und Blaulicht zusammen erforderlich ist.

Lärmschutzwände

In Bezug auf die Verlängerung der Lärmschutzwand am Blumberger Damm gibt es folgendes (vorläufiges) Ergebnis:

Lärmschutzwände werden in der Regel nur beim Neubau oder wesentlichen Änderungen gebaut. Für Bestandsstraßen gibt es für eine derartige Maßnahme keine rechtliche Verpflichtung. Da im Landeshaushalt hierfür keine Mittel vorhanden sind, ist eine Finanzierung durch das Land, bzw. den Bezirk Marzahn-Hellersdorf als Straßenbaulastträger nicht möglich.

Falls eine Finanzierung von Dritten bzw. durch die Anwohner ermöglicht werden kann, wäre grundsätzlich eine Lärmschutzwand an dieser Stelle aus Sicht des Bezirks Marzahn-Hellersdorf vorstellbar. Hierfür wäre im Vorfeld eine umfassende Analyse der Situation erforderlich, um beurteilen zu können, welche Lärmminderungen für welche Grundstücke tatsächlich mit einer Lärmschutzwand erreichbar wären.

Mit der vorgeschlagenen erweiterten Lärmschutzwand im Kreuzungsbereich Elisabethstraße ist nach erster Einschätzung nur eine Verbesserung für wenige Grundstücke erreichbar. Im Lärmfachworkshop am 28. Mai 2013, der mit den Hinweisgebern der 23 meistbewerteten Beiträge des Online-Dialogs durchgeführt wurde, wurde über die mögliche Finanzierung einer Lärmschutzwand am Blumberger Damm durch eine private Initiative diskutiert. Sofern sich hierfür Möglichkeiten abzeichnen, wird das weitere Vorgehen mit dem Bezirk Marzahn-Hellersdorf abgestimmt.

Optimierung der Ampelschaltungen

Ampelschaltungen sind in einem Netz von Hauptverkehrsstraßen ein schwieriges Thema mit vielfältigen Anforderungen. Aus Umweltsicht (sowohl Lärm als auch Luftschadstoffe und CO2-Ausstoß) ist ein stetiger Verkehrsfluss von Vorteil und wird von uns deshalb angestrebt – das beinhaltet auch möglichst wenig „stehen vor roten Ampeln“. Wir müssen aber auch einsehen, dass bei der Koordinierung von Ampelschaltungen vieles beachtet werden muss:

Grundsätzlich werden in Berlin die Ampelanlagen auf durchgehenden Straßenzügen koordiniert geschaltet mit dem Ziel, den Verkehr so gut wie möglich fließen zu lassen.

Leider ist es aus mathematischen Gründen nur in Ausnahmefällen möglich, eine sogenannte „Grüne Welle“ in beide Fahrtrichtungen zu schalten. Das geht nur bei ganz bestimmten Abständen der Kreuzungen untereinander, die in einer gewachsenen Stadt wie Berlin nicht vorliegen. Wenn für eine Fahrtrichtung durchgängig eine „Grüne Welle“ geschaltet wird, wird bereits die Gegenrichtung häufig bei Rot halten müssen. Unter Umständen müssen die ebenfalls zu koordinierenden Nebenrichtungen eingepasst werden. In Berlin werden zu den verschiedenen Tageszeiten in der Regel unterschiedliche Schaltungen und Koordinierungen der Ampelanlagen eingesetzt, angepasst an die jeweilige Verkehrsbelastung. Das bedeutet zum Beispiel, dass zur Zeit des morgendlichen Spitzenverkehrs die Koordinierungen eher in Fahrtrichtung zum Stadtzentrum hin ausgelegt werden, nachmittags dagegen stadtauswärts. Darüber hinaus wird bei Überlastung durch zu starken Verkehr jede Koordinierung hinfällig. Zu den verkehrsschwächeren Zeiten wird die Koordinierung so ausgelegt, dass die unvermeidlichen Halte auf beide Fahrtrichtungen annähernd gleich verteilt werden, und zwar möglichst so, dass nicht an mehreren Ampeln hintereinander gehalten werden muss.

Einschränkungen können sich zusätzlich durch Ampelanlagen mit Fußgänger-Schaltungen ergeben, die beispielsweise häufig für Schulwegsicherungen eingesetzt werden. Hier erhalten die anfordernden Fußgänger wenige Sekunden nach der Anforderung ihr Grün, was zu einer Unterbrechung der „Grünen Welle“ für die Autofahrer führen kann.

Weiterhin kann die Beschleunigung des Öffentlichen Personen-Nahverkehrs (ÖPNV) für Unterbrechungen der „Grünen Welle“ sorgen. Busse und Bahnen melden sich über Funk an der Lichtsignalanlage an, woraufhin die Schaltung so modifiziert wird, dass diese möglichst ohne Halt passieren können. Dazu wird die entsprechende Grünzeit verlängert oder sie wird in der vorherigen Periode früher abgebrochen, damit rechtzeitig bei Ankunft des Busses oder der Bahn wieder Grün gegeben werden kann. Es kann unter Umständen mehrere Umläufe dauern, bis der Normalzustand wieder hergestellt ist. An Knotenpunkten mit mehreren Linien und dichter Zug- bzw. Busfolge kann deshalb von einer Koordinierung im klassischen Sinne nicht mehr gesprochen werden. Die gewollte und sicherlich sinnvolle Bevorzugung einer Gruppe, nämlich der BVG-Nutzer, bedingt logischerweise gewisse Nachteile für die Anderen. So können zusätzliche Halte für den Individualverkehr oder längere Wartezeiten, von denen auch die Fußgänger betroffen sind, auftreten. Selbstverständlich wird versucht, diese Nachteile möglichst gering zu halten und erkannte Mängel zu beheben.

Prüfung von „Grüne Welle“-Fahrten 2009 – 2011

Die Qualität von bestehenden „Grünen Wellen“ in Berlin wurde im Auftrag der Verkehrslenkung Berlin in den Jahren 2009 bis 2011 an neun mehrere Kilometer langen Strecken durch Messfahrten überprüft. Die Qualitätsstufen (A – F) der Koordinierung werden nach der mittleren Geschwindigkeit, die für eine Strecke ermittelt wird, in Anlehnung an das Handbuch für die Bemessung von Straßenverkehrsanlagen (HBS) beurteilt.

Für die untersuchten Strecken ergaben sich für den Normalverkehr mittlere, gute bis sehr gute Qualitäten sowie in den Spitzenzeiten zum Teil gute, meistens mittlere Qualitäten. Lediglich auf zwei Strecken wurde vereinzelt eine schlechtere Qualität in den Verkehrsspitzenzeiten gemessen. Die B96 mit dem Tempelhofer Damm wurde im Jahr 2009 ebenso untersucht. Es ergaben sich durchweg mittlere Qualitätsstufen für die Koordinierung, selbst in den Spitzenverkehrszeiten. Diese praktischen Reisezeitmessungen belegen die Existenz von „Grünen Wellen“, sogar neben erfolgreichen Bevorzugungen des Öffentlichen Personen-Nahverkehrs, die zum Teil auf diesen Strecken bestehen.

Ampel-Nachtabschaltung

Gemäß den Ausführungsvorschriften zu § 37 der Straßenverkehrs-Ordnung (StVO) sollen Verkehrsampeln in der Regel auch nachts in Betrieb gehalten werden. Ist die Verkehrsbelastung nachts schwächer, so empfiehlt es sich, für diese Zeit ein besonderes Lichtzeichenprogramm zu wählen, das alle Verkehrsteilnehmer möglichst nur kurz warten lässt. In der Regel werden deshalb nachts Programme mit kürzeren Umlaufzeiten geschaltet. Nächtliches Ausschalten ist nur dann zu verantworten, wenn eingehend geprüft ist, dass auch ohne Lichtze¬chen ein sicherer Verkehr möglich ist. Die vorfahrtregelnden Verkehrszeichen alleine reichen hier häufig nicht aus.

Unfalluntersuchungen haben gezeigt, dass durch das Abschalten eine deutlich erhöhte Unfallwahrscheinlichkeit besteht. Dies trifft besonders für Einbiegen/Kreuzen-Unfälle zu. Oft ist dieses aber erst nach einer mehrjährigen Betrachtung feststellbar.

Daher werden die Betriebszeiten der Verkehrsampeln in jedem Einzelfall geprüft und festgelegt. In Berlin wurde bei 30 % der Anlagen bereits eine Nachtabschaltung vorgesehen. Eine großzügigere Abschaltung kann aus Verkehrssicherheitsgründen seitens der Verkehrslenkung Berlin nicht befürwortet werden. In der Vergangenheit mussten in Einzelfällen Anlagen, die mit einer Nachtabschaltung versehen waren, wegen der auftretenden Unfälle wieder in den Dauerbetrieb übernommen werden.

Um die negativen Auswirkungen zu verringern, werden die Anlagen auf den Hauptverkehrstraßen miteinander koordiniert und zunehmend verkehrsabhängig gesteuert. Damit schaltet die Anlage nur dann für die Hauptrichtung auf Rot, wenn konkret ein Bedarf für die Nebenrichtung ansteht. Lärm durch Brems- und Beschleunigungsvorgänge wird dadurch vermindert.

Geschwindigkeitsübertretungen

Zu hohe Geschwindigkeiten im Straßenverkehr sind häufig Thema von Lärmbeschwerden und so auch vieler Beiträge auf www.leises.berlin.de. Der Zusammenhang zwischen Fahrgeschwindigkeit und Lärmentwicklung ist eindeutig belegt. Überschreitungen der zulässigen Höchstgeschwindigkeit – oft in Verbindung mit lärmintensiven Beschleunigungsvorgängen – erhöht die Störwirkung.

Maßnahmen der Lärmaktionsplanung, z. B. die Gestaltung des Straßenraums, sollen dazu beitragen, dass ein angepasstes Geschwindigkeitsniveau mit einem möglichst stetigen Verkehrsfluss erreicht wird.

Damit können aber mutwillige Geschwindigkeitsübertretungen nicht verhindert werden. Sie stellen einen Verstoß gegen die Straßenverkehrsordnung (StVO) dar, hier ist die Polizei gefragt. Sie betreibt die stationären Radargeräte und macht auch mobile Kontrollen. Im Fokus steht hier eigentlich die Verkehrssicherheit. Denn schließlich ist bei überhöhten Geschwindigkeiten nicht nur der Lärm ein Problem, sondern auch die Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer. Daher wird die Polizei von uns eingebunden. Sie erhält von uns die Beiträge, die sich mit den Themen Geschwindigkeitsübertretung befassen, mit der Bitte, sie bei der Priorisierung der Einsatzplanung zu berücksichtigen.

Ein großes Ärgernis sind aber auch manipulierte Fahrzeuge, denn diese besonders lauten Fahrzeuge ragen aus einem ansonsten gewohnten Geräuschpegel deutlich heraus und sind daher auch besonders lästig. Solche Manipulationen von Kraftfahrzeugen sind verboten. Eine Reihe von Hinweisen haben sich damit befasst – stadtweit.

Zuständig ist auch hier die Polizei. Daher wird diese auch von uns eingebunden. Sie erhält die Beiträge, die sich mit den Themen Geschwindigkeitsübertretung und Fahrzeugmanipulationen befassen. Diese werden in die zuständigen Polizeidirektionen verteilt mit der Bitte, diese im Rahmen der Priorisierung der Einsatzplanung zu berücksichtigen.

Zusätzlich werden von uns in Zusammenarbeit mit den Bezirken Dialog-Displays eingesetzt, die die Verkehrsteilnehmer zur Einhaltung der zulässigen Geschwindigkeit anhalten. Diese werden, soweit möglich, an Stellen aufgestellt, die von den Teilnehmenden von leises.Berlin.de mit dem Hinweis auf eine entsprechende Problemlage genannt wurden.

Fahrzeugemissionen

Die Verminderung der Fahrzeugemissionen bereits an der Quelle ist die effektivste Methode, Verkehrslärm zu mindern. Ohne diesen notwendigen Beitrag wird es auch mittel- bis langfristig kaum möglich sein, die deutlich zu hohe Lärmbelastung auf ein gesundheitsverträgliches Niveau zu senken.

Derzeit wird von der Europäischen Union die Richtlinie zur Geräuschbegrenzung bei der Zulassung neuer Fahrzeuge novelliert. Die Europäische Kommission hat dazu einen Richtlinienentwurf vorgelegt, der auf Basis langjähriger Vorarbeiten entstanden ist. Dieser Vorschlag stellt bereits einen ausgewogenen und realisierbaren Kompromiss dar, ist aber dennoch seitens der Hersteller umstritten.

Zu hohe Geschwindigkeiten im Straßenverkehr sind häufig Thema von Lärmbeschwerden und so auch vieler Beiträge auf www.leises.berlin.de. Der Zusammenhang zwischen Fahrgeschwindigkeit und Lärmentwicklung ist eindeutig belegt. Überschreitungen der zulässigen Höchstgeschwindigkeit – oft in Verbindung mit lärmintensiven Beschleunigungsvorgängen – erhöht die Störwirkung. Maßnahmen der Lärmaktionsplanung (z. B. Gestaltung des Straßenraums) sollen dazu beitragen, dass ein angepasstes Geschwindigkeitsniveau mit einem möglichst stetigen Verkehrsfluss erreicht wird. Damit können mutwillige Geschwindigkeitsübertretungen, die auch hier angesprochen sind, nicht vermieden werden. Da diese einen Verstoß gegen die Straßenverkehrsordnung (StVO) darstellen, ist hier die Polizei gefragt. Sie betreibt die stationären Radargeräte und macht auch mobile Kontrollen. Im Fokus steht hier die Verkehrssicherheit und nicht die Lärmentwicklung. Doch oft entsteht nicht nur viel Lärm durch überhöhte Geschwindigkeiten sondern zugleich auch Gefahren für die Anderen.

Ein großes Ärgernis sind aber auch manipulierte Fahrzeuge, denn diese besonders lauten Fahrzeuge ragen aus einem ansonsten gewohnten Geräuschpegel deutlich heraus und sind daher auch besonders lästig. Solche Manipulationen von Kfz sind verboten. Eine Reihe von Hinweisen haben sich damit befasst – stadtweit. Zuständig ist auch hier die Polizei.

Daher wird auch von uns die Polizei eingebunden. Sie erhält aufbereitet die Beiträge, die sich mit den Themen Geschwindigkeitsübertretung und Fahrzeugmanipulationen befassen. Diese werden in die zuständigen Polizeidirektionen verteilt mit der Bitte, diese im Rahmen der Priorisierung der Einsatzplanung zu berücksichtigen.

Zusätzlich werden von uns in Zusammenarbeit mit den Bezirken Dialog-Displays eingesetzt, die die Verkehrsteilnehmer zur Einhaltung der zulässigen Geschwindigkeit anhalten. Diese werden soweit möglich an Stellen aufgestellt, die von den Teilnehmern „leises.Berlin“ mit dem Hinweis auf eine entsprechende Problemlage genannt wurden.

Die Verminderung der Fahrzeugemissionen bereits an der Quelle ist die effektivste Methode, Verkehrslärm zu mindern. Ohne diesen notwendigen Beitrag wird es auch mittel- bis langfristig kaum möglich sein, die deutlich zu hohe Lärmbelastung auf ein gesundheitsverträgliches Niveau zu senken. Derzeit wird von der Europäischen Union die Richtlinie zur Geräuschbegrenzung bei der Zulassung neuer Fahrzeuge novelliert. Die Europäische Kommission hat dazu einen Richtlinienentwurf vorgelegt, der auf Basis langjähriger Vorarbeiten entstanden ist. Dieser Vorschlag stellt bereits einen ausgewogenen und realisierbaren Kompromiss dar, ist aber dennoch seitens der Hersteller umstritten.