Berlin.de Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt

Laute Güterzüge und ICEs in der Tagesrandlage

Karte

test

145
Schienenlärm Tag (bzw. 24h)

Laute Güterzüge und ICEs in der Tagesrandlage

Im Zuge des Neubaus des Berliner Hauptbahnhofes wurde die Verbindungskurve der Fernbahn vom Berliner S-Bahn-Ring zum Bahnhof Lichtenberg bzw. zum Betriebsbahnhof Rummelsburg reaktiviert. Die DB AG hatte während dieser Bauarbeiten durch Flugblätter die Anwohner informiert, dass Lärmschutzwände entlang der Eisenbahn gebaut werden sollten - und sich für den Baulärm dieser Wände schon mal im voraus entschuldigt.

Leider fehlen die Lärmschutzwände bis heute. Der Verkehr rollt hingegen insbesondere in den Tagesrandzeiten, da es sich um ein- und aussetzende Züge handelt. Die Züge fahren zwar nicht besonders schnell, jedoch quietscht es enorm, da es sich um eine Kurve handelt und das nachts im Minutentakt. In den Sommermonaten ist ein Schlafen bei geöffneten Fenstern nicht vor 24.00 Uhr möglich.

Das Viktoriaviertel hat sich in den letzten Jahren zu einem sehr lebenswerten Viertel gewandelt. Viele Familien haben hier ein schönes zu Hause gefunden, die Häuser sind größtenteils saniert, Unternehmen haben sich angesiedelt, der Verkehr auf der Straße ist gering. Es gibt wirklich nicht viel in dieser Gegend zu beklagen, eben außer der Lärm der Züge.

Daher meine Idee: Bitte baut die Lärmschutzwände entlang der Verbindungskurve.

Vielen Dank!

Eigene Auswahl möglicher Maßnahmen
Lärmschutzwände oder -wälle
33 Teilnehmer/innen unterstützen den Vorschlag
0 Teilnehmer/innen sind neutral
12 Teilnehmer/innen lehnen den Vorschlag ab

Erklärung: Die Bewertung diente der Ermittlung einer Top20-Liste, weitere Infos dazu hier.

Rückmeldung der Senatsverwaltung: 

Die Lärmbelastung durch den genannten Schienengüterverkehr kann nicht genau bewertet werden. Im Rahmen der Lärmkartierung nach der EU-Umgebungslärmrichtlinie wird die Belastung mit den hierfür vorgegebenen Berechnungsverfahren (ohne Schienenbonus) ermittelt. Diese Mittelungspegel sind aber nur eingeschränkt geeignet, um das Problem des Kurvenquietschens und sehr lauter Einzelereignisse darzustellen.

An diesem Streckenabschnitt waren keine Maßnahmen im Rahmen des Lärmsanierungsprogramms an Schienenwegen des Bundes geplant. Aufgrund der aktuellen Berechnung der Bahn wurde dieser Abschnitt für das freiwillige Lärmsanierungsprogramm nachgemeldet. Die Maßnahmen werden allerdings voraussichtlich erst nach 2020 umgesetzt. Wegen der Kurvensituation wurde bei der Bahn nachgefragt, ob eine Kurvenschmiereinrichtung als vorzuziehende Maßnahme der Lärmsanierung möglich ist. Die Bahn teilte mit, dass hierauf keine Priorität liegt.

Im Rahmen des Konjunkturpakets II wurden Maßnahmen zur Minderung von Kurvengeräuschen an anderer Stelle in Berlin umgesetzt und zeigten folgende Ergebnisse: Auf der Berliner Ringbahn (Fernbahn) wurden in den Bereichen Greifenhagener Straße/Schönhauser Allee, Lychener Straße, Kanzowstraße/Ahlbecker Straße und Kniprodestraße Schienenschmiereinrichtungen installiert. Die begleitenden Messungen zeigten, dass nach dem Einbau Maximalpegel über 87 dB(A) nicht mehr auftraten, während vorher noch etwa 20 % der Maximalpegel bei Vorbeifahrten über diesem Wert lagen und sogar bis etwa 108 dB(A) reichten.

Der Lärmaktionsplan für die Schienenwege der Bahn kann erst fertig gestellt werden, wenn die Ergebnisse der Lärmkartierung hierzu vorliegen. Diese sind vom hierfür zuständigen Eisenbahnbundesamt für Ende 2013 angekündigt.

Der Lärm durch Schienengüterverkehr ist auch stadtweit ein wesentliches Thema in der Öffentlichkeitsbeteiligung. Er ist vor allem wegen der noch überwiegend eingesetzten Bremssysteme mit sogenannten Graugusssohlen, die zu lauten Fahrgeräuschen führen, sehr laut. Für einen leiseren Güterverkehr gibt es sowohl europäische als auch nationale Aktivitäten. In Deutschland werden Umrüstungen auf andere Bremssysteme gefördert. Zudem müssen für Güterwagen, die mit Graugusssohlen ausgestattet sind, in Deutschland seit dem 1. Juni 2013 höhere Trassenpreise gezahlt werden. Weiterhin sind aufgrund europäischer Vorgaben neue Güterwagen durch andere Bremskomponenten deutlich leiser als Bestandsfahrzeuge. Diese Aktivitäten werden allerdings erst mittel- bis langfristig zu wirksamen Effekten führen, da dafür eine hohe Umrüstquote erforderlich ist.

Kommentar Nr. 1

laute Schiene

1

Quietschende Eisenbahn geht gar nicht ;-)