Berlin.de Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt

Stadtring und Ringbahn mit Lärmschutzwand nachrüsten!

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Straßenlärm Tag (bzw. 24h)

Stadtring und Ringbahn mit Lärmschutzwand nachrüsten!

Die erhöhte Lage des Autobahnstadtrings und der Ringbahn in Wilmersdorf und Schöneberg führt zu Lärmbelastungen weit über die angrenzenden Straßen hinaus. So ist in höheren Stockwerken der Gebäude der Lärm nachts bei entsprechender Windrichtung auch noch am Südwestkorso und bis zum Friedrich-Wilhelm-Platz als belastend anzusehen. Während die neu gebaute Autobahnstrecke nach Schönefeld durchweg mit sehr hohen Lärmschutzwänden ausgestattet ist, scheint man sich mit der Nachrüstung bei der bestehenden Strecke am Stadtring sehr schwer zu tun. Als Sofortmaßnahmen sind deshalb meines Erachtens eine Geschwindigkeitsbeschränkung auf 60 km/h nachts mit automatischer Radarüberwachung wie im Neuköllner Autobahntunnel sowie ggf. nächtliche Fahrverbote für schwere Lkw umzusetzen. Letztendlich ist aber die durchgängige Montage von Lärmschutzwänden alternativlos, um eine wirkliche Entlastung dieser hochwertigen Wohngegenden in Wilmersdorf und Schöneberg zu erzielen. Anstatt die Autobahnverlängerung nach Treptow für 450 Mio. Euro zu realisieren, sollte ein Teil des Geldes besser in den Schutz der Anwohner vor den Lärmbelastungen dieser Stadtautobahn gesteckt werden.

Eigene Auswahl möglicher Maßnahmen
Lärmschutzwände oder -wälle
Eigener Maßnahmenvorschlag
Lkw-Fahrverbote nachts
19 Teilnehmer/innen unterstützen den Vorschlag
0 Teilnehmer/innen sind neutral
0 Teilnehmer/innen lehnen den Vorschlag ab

Erklärung: Die Bewertung diente der Ermittlung einer Top20-Liste, weitere Infos dazu hier.

Rückmeldung der Senatsverwaltung: 

Der Bund gewährt bei Überschreitung bestimmter Lärmbelastungen Mittel zur Lärmsanierung an bestehenden Autobahnen und Bundesstraßen. Dieses Programm wird derzeit für die Abschnitte der Autobahn in Berlin durchgeführt, da sich die Verkehrsbelastung seit der letzen Durchführung Ende der 1970er-Jahr erheblich geändert hat, und gleichzeitig die Grenzwerte um 3 dB(A) abgesenkt wurden. Momentan wird dazu eine schalltechnische Untersuchung des gesamten Berliner Autobahnnetzes durchgeführt. Die Berechnungsergebnisse der schalltechnischen Untersuchung für den genannten Abschnitt liegen vor.

Im oben genannten Abschnitt soll zunächst noch die Errichtung einer Lärmschutzwand geprüft werden, da der Gesetzgeber auch für Lärmsanierungsmaßnahmen den Vorrang aktiver Schallschutzmaßnahmen (an der Quelle) vor passiven (am Gebäude, z. B. Schallschutzfenster) fordert.

Es ist derzeit nicht zuverlässig abzuschätzen, wann dazu ein Ergebnis vorliegen wird. Frühestens wird dies im nächsten Jahr sein, da jeder potenzielle Standort einer Lärmschutzwand in akustischer, bautechnischer, wirtschaftlicher und städtebaulicher Hinsicht eine Einzelfallentscheidung erfordert. Sollte die Errichtung einer Lärmschutzwand nicht in Betracht kommen, werden den Eigentümern der betroffenen Wohngebäude unmittelbar nach dieser Entscheidung passive Schallschutzmaßnahmen zu den festgeschriebenen Bedingungen angeboten. Dabei werden die Investitionskosten für Schallschutzfenster und/oder Lüfter zu 75 % gefördert.

Kann dagegen eine Lärmschutzwand errichtet werden, muss vor der dazu erforderlichen Planung zwingend ein Planfeststellungsverfahren eingeleitet werden. Da dies ein aufwendiges Verfahren ist, muss bis zur Errichtung der Lärmschutzwand mit wahrscheinlich mindestens weiteren drei Jahren gerechnet werden.

Eine (nächtliche) Geschwindigkeitsreduzierung bzw. eine Einschränkung des LKW-Verkehrs auf den Berliner Autobahnen hat – neben der möglichen Erhöhung der Verkehrssicherheit – ein hohes Lärmminderungspotenzial. Gegenüberzustellen ist hier aber die mögliche Lärmentlastung mit der wichtigen Verkehrsfunktion der Stadtautobahn.

Die im Beitrag zitierten „sehr hohen Lärmschutzwände“ an der A 113 wurden bei dem Neubau errichtet. Bei Neubauten bestehen deutlich höhere Schutzansprüche als bei der Sanierung bestehender Straßen.

Schallschutzwände an der Ringbahn in Wilmersdorf und Schöneberg sind im Rahmen des Lärmsanierungsprogramms an Schienenwegen des Bundes aktuell nicht geplant. Ob und welche Lärmminderungsmaßnahmen an diesem Streckenabschnitt sinnvoll, erforderlich und möglich sind, wird in Gesprächen mit der Bahn weiter vertieft. Der Lärmaktionsplan für die Schienenwege der Bahn wird erst endgültig aufgestellt, wenn die Ergebnisse der Lärmkartierung hierzu vorliegen. Diese Ergebnisse sind vom dafür zuständigen Eisenbahnbundesamt für Ende 2013 angekündigt.

Zum Hinweis im dritten Kommentar zur Wiederaufnahme des Güterverkehrs: Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt teilt die Einschätzung zum bestehenden Konfliktpotenzial hinsichtlich der Lärmentwicklung durch die Wiederherstellung der durchgängigen Befahrbarkeit des südlichen Berliner Innenringes und der Wiederaufnahme des Betriebs. Daher wurden seitens unseres Hauses bereits Lärmsanierungsmaßnahmen im Rahmen der Streckensanierung eingefordert. Dies wird bisher von der Bahn im Hinblick auf die rechtliche Situation abgelehnt, da es sich bei den derzeitigen Arbeiten (Brückeninstandsetzung) lediglich um die Wiederherstellung einer bestehenden Strecke handelt.

Kommentar Nr. 1

Unterstützung für diese Vorschläge

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Bei anderen Windrichtungen ist es nördlich der Autobahn ebenso laut, daher sind die Vorschläge auch für nördliche Anwohner wichtig!

Kommentar Nr. 2

A100 - Lärmschutzwände oder Untertunnelung

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Ich möchte mich dem Beitrag zur Situation des Stadtrings A100 anschließen. Es ist eine wahnsinnige und unerträgliche Situation, dass durch dicht bebaute Wohngebiete (Friedenau, Schmargendorf, Charlottenburg) eine derart heftig befahrene Stadtautobahn geführt wird.

Ich bin nicht grundsätzlich gegen die Stadtautobahn. Es ist sogar wünschenswert, wenn der nicht ganz vermeidbare Autoverkehr auf einer Stadtautobahn gebündelt wird, um Wohnstraßen zu entlasten, bzw. den Rückbau von großen Straßen zu ermöglichen. Daher bin ich auch für die Verlängerung der A100. Aber: als Stelzenautobahn ohne Lärmschutz - das geht gar nicht.

Lärmschutzwände sind das Mindeste, was hier Not tut. Aber ich bitte die Berlinerinnen und Berliner, doch bitte einmal den Blick über den Tellerrand zu wagen: nach Boston!! Die Situation war hier bis vor 5 Jahren ähnlich desaströs wie in Berlin. Eine Stadtautobahn verlärmte und verschandelte die Innenstadt. In Boston war man jedoch mutig: Man hat die Stadtautobahn kurzerhand unter die Erde gelegt ("The Big Dig") und die Anlieger an den Kosten beteiligt, denn sie alle profitierten vom Wertzuwachs ihrer Immobilien. Das war eine Win-Win-Win Situation (Anwohner, Investoren und die Stadt profitierten). DAS GEHT AUCH IN BERLIN! Der Effekt in Berlin wäre sogar noch besser, weil man gleich Autobahn und S-Bahn unter die Erde legen könnte und darüber würde ein wunderschöner Grünstreifen für Skater, Radfahrer und Spaziergänger entstehen.

Bitte durchrechnen und umsetzen!

Kommentar Nr. 3

...und dabei bitte auch an die bald dazukommenden Güterzüge denken!

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Dem rundum treffenden Vorschlag ist eigentlich nichts hinzuzufügen, außer dass die Installation von Schallschutzwänden im Hinblick auf die neue Hiobsbotschaft, dass die Bahn in absehbarer Zeit die parallel zum Südring verlaufenden Fernbahngleise ohne Durchführung von Lärmschutzmaßnahmen wieder in Betrieb nehmen will (http://www.tagesspiegel.de/berlin/verkehrslaerm-wie-berlin-leiser-werden...), umso dringender erscheint!