Berlin.de Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt

Treskowallee (Diskussionsbeitrag von der Lärmwerkstatt Lichtenberg)

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Straßenlärm Tag (bzw. 24h)

Treskowallee (Diskussionsbeitrag von der Lärmwerkstatt Lichtenberg)

Dieser Beitrag stellt das Ergebniss eines Diskussionstisches bei der Lärmwerkstatt Lichtenberg dar. Die Diskussion wurde im Nachgang von der Moderation zusammengefasst. Die Verortung wurde an einer von den Teilnehmenden genannten Stelle der Treskowallee durchgeführt. Die umfassende Dokumentation der Lärmwerkstatt Lichtenberg finden Sie hier: https://leises.berlin.de/sites/default/files/downloads/Ergebnisprotokoll...

Zusammenfassung der Diskussion:
An diesem Diskussionstisch ging es um den Verkehrslärm in der Treskowallee, z.B. durch LKW-Verkehr, Straßenbahn, S-Bahn und Baustellenlärm und zu hohe Geschwindigkeiten des Kfz-Verkehrs.

Für dieses Lärmproblem haben die Bürgerinnen und Bürger vorgeschlagen, die Lkw-Geschwindigkeit auf 30 km/h einzugrenzen, da dies eine kostengünstige und schnell realisierbare Maßnahme sei. Als Risiko wird gesehen, dass unterschiedliche Geschwindigkeiten sich behindern können. Um den Lkw-Verkehr zu reduzieren, wird empfohlen die TVO Biedorf/ Adlershof möglichst schnell zu bauen. Darüber hinaus wurden gestalterische Maßnahmen wie zum Beispiel die Fahrbahn einengende Radfahrstreifen oder Gehwegvorstreckung vorgeschlagen, damit die Autos das vorgeschriebene Tempo einhalten. Damit einher würde auch eine erhöhte Aufenthaltsqualität, mehr Sicherheit und eine bessere Überquerungbarkeit der Fahrbahn gehen. Auch das Niveau der Gully-Einläufe sollte der Fahrbahn angepasst werden, um diesen Lärm und die entstehenden Erschütterungen zu vermeiden.

Liste der benannten Lärmprobleme:

  • jahrelange Baumaßnahmen führen zu erhöhten Lärmaufkommen
  • Auto- und LKW-Verkehr/
  • BVG/ DB insbesondere S-Bahn und beim Einkaufsbereich
  • zu hohes LKW-Aufkommen
  • zu viel Anfahren an Ampeln
  • zu hohe Geschwindigkeiten
  • frisierte Fahrzeuge
  • Straßenbahn mit höheren Geschwindigkeiten
  • Straßenbahn, Busse, Martinshornfahrzeuge, starke Erschütterungen
  • Treskowallee zwischen S-Bhf. und Brücke an der FHTW, sehr laut, LKW, PKW
  • schichtweise laute Schläge in der Nacht
Eigene Auswahl möglicher Maßnahmen
Fahrbahn sanieren
Geschwindigkeiten für Autos reduzieren und Tempo 30-Abschnitte
KFZ-Spuren reduzieren oder verengen
Vorstrecken des Gehwegs
Verkehrsfluss organisieren (Verlagerung, Verkehrsfluss verbessern, Lieferzonen, Parkraumbewirtschaftung)
Schallschutzfenster (in Gebäuden)
Eigener Maßnahmenvorschlag
TVO Biesdorf/ Adlershof, Gestalterische Maßnahmen, Geschäftsstraße attraktiver, Niveau Gullis an Fahrbahn angleichen
0 Teilnehmer/innen unterstützen den Vorschlag
0 Teilnehmer/innen sind neutral
0 Teilnehmer/innen lehnen den Vorschlag ab

Erklärung: Die Bewertung diente der Ermittlung einer Top20-Liste, weitere Infos dazu hier.

Rückmeldung der Senatsverwaltung: 

Geschwindigkeitsbegrenzungen

Der besprochene Abschnitt der Treskowallee von der Waldowallee bis zum S-Bahnhof Karlshorst ist sehr lang, und die Bebauung und damit auch die Lärmbetroffenheit verändern sich über die gesamte Strecken. Eine Ausweisung von Tempo 30 in der Nacht aus Lärmschutzgründen ist bereits in Teilbereichen erfolgt.

Wichtig dabei ist, dass eine Geschwindigkeitsreduzierung rechtlich allein auf Grundlage des Straßenverkehrsrechts möglich ist. Bei einer Entscheidung hierzu sind neben der Lärmbelastung insbesondere auch die verkehrlichen Belange zu berücksichtigen. Das Straßenverkehrsrecht sieht vor, dass diese Anordnungen als Abweichung von der innerörtlichen Regelgeschwindigkeit von 50 km/h auf die entsprechenden Problembereiche beschränkt werden. Tempo 30-Anordnungen aus Lärmschutzgründen sind rechtlich nur auf der Grundlage des § 45 StVO durch die Straßenverkehrsbehörde möglich; hierfür ist aber eine Einzelfallprüfung unter Einbeziehung aller verkehrsrelevanten Belange erforderlich.

In einem Urteil vom 21. November 2007 des Verwaltungsgerichts Berlin wurde eine Ausweitung von Tempo 30 auf den Tag für den Abschnitt von der Hönower Straße bis zum S-Bahnhof Karlshorst aufgrund der verkehrlichen Bedeutung der Treskowallee abgelehnt. Auch ein Nachtfahrverbot für LKW wurde darin aufgrund der verkehrlichen Bedeutung abgelehnt.

Geschwindigkeitsreduktion auf der Treskowallee

Im weiteren Verfahren wird bei der Aufstellung des Lärmaktionsplans geprüft werden, ob aus fachlich-akustischer Sicht für Teilbereiche der Treskowallee eine Geschwindigkeitsreduktion empfohlen werden kann, bzw. ob andere Maßnahmen möglich sind. Die weitere Verfahrensweise wird dann mit der Verkehrsverwaltung und der Straßenverkehrsbehörde abgestimmt werden. Über die Ergebnisse werden wir im Rahmen der Lärmaktionsplanung berichten.

Eine Änderung der Geschwindigkeit nur für LKW wäre einzigartig in Berlin. Bei früheren Untersuchungen in der Otto-Suhr-Allee zum Thema „Tempo 30 nur für LKW“ wurden im Ergebnis Tempo 30 nur für LKW aus Gründen der Verkehrssicherheit ausgeschlossen.

Geschwindigkeitsübertretungen

Zu hohe Geschwindigkeiten im Straßenverkehr sind häufig Thema von Lärmbeschwerden und so auch vieler Beiträge auf www.leises.berlin.de. Der Zusammenhang zwischen Fahrgeschwindigkeit und Lärmentwicklung ist eindeutig belegt. Überschreitungen der zulässigen Höchstgeschwindigkeit – oft in Verbindung mit lärmintensiven Beschleunigungsvorgängen – erhöht die Störwirkung.

Maßnahmen der Lärmaktionsplanung, z. B. die entsprechende Gestaltung des Straßenraums, sollen dazu beitragen, dass ein angepasstes Geschwindigkeitsniveau mit einem möglichst stetigen Verkehrsfluss erreicht wird.

Damit können allerdings mutwillige Geschwindigkeitsübertretungen, die hier angesprochen sind, nicht vermieden werden. Da diese ein Verstoß gegen die Straßenverkehrsordnung (StVO) sind, ist hier die Polizei gefragt. Sie betreibt die stationären Radargeräte und macht auch mobile Kontrollen. Im Fokus steht hier eigentlich die Verkehrssicherheit. Denn schließlich ist bei überhöhten Geschwindigkeiten nicht nur der Lärm ein Problem, sondern auch die Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer.

Die Polizei erhält von uns die Beiträge, die sich mit dem Thema Geschwindigkeitsübertretung befassen. Diese werden in die zuständigen Polizeidirektionen verteilt mit der Bitte, sie im Rahmen der Priorisierung der Einsatzplanung zu berücksichtigen.

Zusätzlich werden von uns in Zusammenarbeit mit den Bezirken Dialog-Displays eingesetzt, die die Verkehrsteilnehmer zur Einhaltung der zulässigen Geschwindigkeit anhalten. Sie werden – soweit möglich – an Orten aufgestellt, auf die von den Teilnehmern an leises.berlin.de hingewiesen wurde. Seit dem 21. April 2013 stehen Geräte auch in der Gneisenaustraße im Abschnitt zwischen Zossener und Schleiermacherstraße.

Im Lärmfachworkshop verweist die Polizei auf ihre grundsätzlichen Prioritäten bei der Geschwindigkeitsüberwachung.

Optimierung der Ampelschaltungen

Ampelschaltungen sind in einem Netz von Hauptverkehrsstraßen ein schwieriges Thema mit vielfältigen Anforderungen. Aus Umweltsicht (sowohl Lärm als auch Luftschadstoffe und CO2-Ausstoß) ist ein stetiger Verkehrsfluss von Vorteil und wird von uns deshalb angestrebt – das beinhaltet auch möglichst wenig „stehen vor roten Ampeln“. Wir müssen aber auch einsehen, dass bei der Koordinierung von Ampelschaltungen vieles beachtet werden muss:

Grundsätzlich werden in Berlin die Ampelanlagen auf durchgehenden Straßenzügen koordiniert geschaltet mit dem Ziel, den Verkehr so gut wie möglich fließen zu lassen.

Leider ist es aus mathematischen Gründen nur in Ausnahmefällen möglich, eine „Grüne Welle“ in beide Fahrtrichtungen zu schalten. Das geht nur bei ganz bestimmten Abständen der Kreuzungen untereinander, die in einer gewachsenen Stadt wie Berlin nicht vorliegen. Wenn für eine Fahrtrichtung durchgängig eine „Grüne Welle“ geschaltet wird, wird bereits die Gegenrichtung häufig bei Rot halten müssen. Unter Umständen müssen die ebenfalls zu koordinierenden Nebenrichtungen eingepasst werden. In Berlin werden zu den verschiedenen Tageszeiten in der Regel unterschiedliche Schaltungen und Koordinierungen der Ampelanlagen eingesetzt, angepasst an die jeweilige Verkehrsbelastung. Das bedeutet zum Beispiel, dass zur Zeit des morgendlichen Spitzenverkehrs die Koordinierungen eher in Fahrtrichtung zum Stadtzentrum hin ausgelegt werden, nachmittags dagegen stadtauswärts. Darüber hinaus wird bei Überlastung durch zu starken Verkehr jede Koordinierung hinfällig. Zu den verkehrsschwächeren Zeiten wird die Koordinierung so ausgelegt, dass die unvermeidlichen Halte auf beide Fahrtrichtungen annähernd gleich verteilt werden, und zwar möglichst so, dass nicht an mehreren Ampeln hintereinander gehalten werden muss.

Einschränkungen können sich zusätzlich durch Ampelanlagen mit Fußgänger-Schaltungen ergeben, die beispielsweise häufig für Schulwegsicherungen eingesetzt werden. Hier erhalten die anfordernden Fußgänger wenige Sekunden nach der Anforderung ihr Grün, was zu einer Unterbrechung der „Grünen Welle“ für die Autofahrer führen kann.

Weiterhin kann die Beschleunigung des Öffentlichen Personen-Nahverkehrs (ÖPNV) für Unterbrechungen der „Grüne Welle“ sorgen. Busse und Bahnen melden sich über Funk an der Lichtsignalanlage an, woraufhin die Schaltung so modifiziert wird, dass diese möglichst ohne Halt passieren können. Dazu wird die entsprechende Grünzeit verlängert, oder sie wird in der vorherigen Periode früher abgebrochen, damit rechtzeitig bei Ankunft des Busses oder der Bahn wieder Grün gegeben werden kann. Es kann unter Umständen mehrere Umläufe dauern, bis der Normalzustand wieder hergestellt ist. An Knotenpunkten mit mehreren Linien und dichter Zug- bzw. Busfolge kann deshalb von einer Koordinierung im klassischen Sinne nicht mehr gesprochen werden. Die gewollte und sicherlich sinnvolle Bevorzugung einer Gruppe, nämlich der BVG-Nutzer, bedingt logischerweise gewisse Nachteile für die Anderen. So können zusätzliche Halte für den Individualverkehr oder längere Wartezeiten, von denen auch die Fußgänger betroffen sind, auftreten. Selbstverständlich wird versucht, diese Nachteile möglichst gering zu halten und erkannte Mängel zu beheben.

Im Zuge der Gleis- und Straßenerneuerung in der Treskowallee wird auch die Koordinierung der Ampelanlagen bearbeitet und unter den oben genannten Randbedingungen optimiert. Im Bereich des S-Bahnhofs Karlshorst sind dem allerdings auf Grund der Gleislage und der Zwangssituation, dass diese für den Bahnbetrieb freizuhalten sind, enge Grenzen gesetzt.

Prüfung von „Grüne Welle“-Fahrten 2009 – 2011

Die Qualität von bestehenden „Grünen Wellen“ in Berlin wurde im Auftrag der Verkehrslenkung in den Jahren 2009 bis 2011 an neun mehrere Kilometer langen Strecken durch Messfahrten überprüft. Die Qualitätsstufen (A – F) der Koordinierung werden nach der mittleren Geschwindigkeit, die für eine Strecke ermittelt wird, in Anlehnung an das Handbuch für die Bemessung von Straßenverkehrsanlagen (HBS) beurteilt. Für die untersuchten Strecken ergaben sich für den Normalverkehr mittlere, gute bis sehr gute Qualitäten sowie in den Spitzenzeiten zum Teil gute, meistens mittlere Qualitäten. Lediglich auf zwei Strecken wurde vereinzelt eine schlechtere Qualität in den Verkehrsspitzenzeiten gemessen. Die B96 mit dem Tempelhofer Damm wurde im Jahr 2009 ebenso untersucht. Es ergaben sich durchweg mittlere Qualitätsstufen für die Koordinierung, selbst in den Spitzenverkehrszeiten. Diese praktischen Reisezeitmessungen belegen die Existenz „Grünen Wellen“, sogar neben erfolgreichen Bevorzugungen des Öffentlichen Personen-Nahverkehrs,, die zum Teil auf diesen Strecken bestehen.

Fahrbahnsanierung und Straßenraumgestaltung
Zu den Themen Fahrbahnsanierung, Straßenraumgestaltung und Bauarbeiten in der Straße am Tierpark hat das Tiefbauamt des Bezirks Lichtenberg folgende Informationen und (vorläufige) Ergebnisse mitgeteilt:
Der Abschnitt der Treskowallee am S-Bahnhof Karlshorst zwischen Rheinsteinstraße und Wandlitzstraße wird neu gebaut. Südlich der Rheinsteinstraße sollen mit der Bahnbrückenerweiterung auch Radwege angelegt werden. Die Planfeststellung hierzu verzögert sich aufgrund von Umplanungen. Die Brücke am S-Bahnhof Karlshorst soll im Jahr 2014 fertig gestellt werden. Daran anschließen werden sich Arbeiten der Berliner Wasserbetriebe, die voraussichtlich im Jahr 2015 abgeschlossen werden. Daher wird die Erneuerung dieses Abschnittes der Treskowallee wohl erst 2016 erfolgen.
Die Fahrbahn der Treskowallee im Abschnitt zwischen Rheinsteinstraße und Marksburgstraße soll in den Jahren 2016/2017 erneuert werden, der Straßenabschnitt von Wandlitzstraße bis Marksburgstraße wird ab 2016 voraussichtlich auch grundhaft erneuert. Zur Zeit sieht das Tiefbauamt kein Potenzial, die Fahrspuren auf jeweils eine pro Richtung zu reduzieren, um Radstreifen zwischen der Waldowallee und der Rheinsteinstraße einzurichten, da es sich bei diesem Abschnitt um die einzige leistungsfähige Nord-Süd-Verbindung im Bezirk Lichtenberg handelt, die sich auch weiter im Bezirk Treptow-Köpenick fortsetzt. Ob sich die Situation mit dem Neubau der Tangentialverbindung Ost (TVO) ausreichend entspannt, ist jetzt noch nicht abzusehen.
Die Radfahrerinnen und Radfahrer sollen in dem Abschnitt von der Waldowallee bis zum S-Bahnhof Karlshorst zumindest in südlicher Richtung über die parallel laufende Hentigstraße geleitet werden. Gehweg-Vorstreckungen werden in diesem Streckenabschnitt der Treskowallee nicht eingebaut werden, weil diese die zweispurigen Fahrbahnen einschränken, was zu einer nicht mehr ausreichenden Leistungsfähigkeit führen würde. Da die Straße am Tage nicht beparkt wird, sind auch keine Vorstreckungen aus Gründen der Sicht notwendig. Zudem sind an jeder Kreuzung Ampelanlagen vorhanden, die ein sicheres Queren der Straße ermöglichen. Und mit der Brückenerweiterung wird auch noch eine Vollsignalisierung der Einmündung Rheinsteinstraße, Dönhoffstraße und Stolzenfelsstraße erfolgen.
Zwischen den Ampelanlagen soll schon wegen der Straßenbahn die Straße nicht gequert werden. Die Bauarbeiten in der Straße Am Tierpark werden in 2013 zu Ende gehen. Die Fahrbahnarbeiten sind soweit durchgeführt und freigegeben. Im Gehwegbereich werden noch Bauarbeiten erfolgen, die auch Auswirkungen auf die Fahrbahn haben werden.

Der Hinweis bezüglich der Anpassung des Niveaus der Gully-Einläufe an das Straßenniveau insbesondere im Bereich der Hochschule für Technik und Wirtschaft in der Treskowallee wurde an das Tiefbauamt des Bezirks Lichtenberg und die Straßenunterhaltung weitergeleitet.

Schallschutzfenster

Die Finanzierbarkeit eines Berliner Schallschutzfenster-Programms wird derzeit geprüft.