Berlin.de Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt

Weg mit der autogerechten Stadt

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Straßenlärm Tag (bzw. 24h)

Weg mit der autogerechten Stadt

Rückbau der Bundesallee als einspuriger KFZ-Spur mit Tempo 30. Mit jeweils alter linke Spur wird Mittelstreifen verbreitert als Aufenthaltsfläche. Ausbau von jeweils einer Fahrradstraße (ca. 3,50 m breit) mit wirksamer Abgrenzung zur Auto-Spur. Keine Zubringerfunktion zu den Autobahnanschlüssen Wex- und Detmolderstr., indem beiden Straßen als gegenspurige Einbahnstraßen ausgebaut werden und die Zu-/Abfahrt über die südliche Kreuzung Bundesplatz nicht mehr möglich wird. Die Straßen werden als Wohnstraßen ausgebaut mit den Zufahrten von Innnsbrucker Platz bzw Blissestr.. Der Autobahnanschluss Wexstr. wird geschlossen. Durch diese Maßnahmen wird das Verkehrsaufkommen von über 40 000 Fahrzeugen täglich mehr als halbiert und die Bundesallee als wichtige Nord-Süd-Verbindung bleibt erhalten. Durch den Volkspark führen nur noch zwei Autospuren,die ebenerdig zu Fuß gekreuzt werden können . Die vorhandene Bogenbrücke, die besonders im Winter für viele Bürger ein unüberwindbares Hindernis bedeutet, kann entfernt oder für urban gardening genutzt werden. Diese Maßnahmen führen signifikant zur Verringerung des Lärmpegels und der Schadstoffbelastung und zur Reurbanisierung dieses Teils von Wilmersdorf.

Eigene Auswahl möglicher Maßnahmen
Geschwindigkeiten für Autos reduzieren und Tempo 30-Abschnitte
KFZ-Spuren reduzieren oder verengen
Fußwege erweitern und verbessern (Aufheben des Gehwegparkens)
Vorfahrt für Busse (Bussonderstreifen und Kaphaltestellen)
Pflanzen von Bäumen
Verkehrsfluss organisieren (Verlagerung, Verkehrsfluss verbessern, Lieferzonen, Parkraumbewirtschaftung)
Eigener Maßnahmenvorschlag
In beide Richtungen Fahrradstraßen in der Breite einer Autospur (ca.3,5 m) mit wirksamer Abgrenzung zum Autoverkehr.
10 Teilnehmer/innen unterstützen den Vorschlag
0 Teilnehmer/innen sind neutral
10 Teilnehmer/innen lehnen den Vorschlag ab

Erklärung: Die Bewertung diente der Ermittlung einer Top20-Liste, weitere Infos dazu hier.

Rückmeldung der Senatsverwaltung: 

Eine wesentliche Grundlage bei der Fortschreibung des Aktionsplans 2008 ist der Stadtentwicklungsplan (StEP) Verkehr, der die Ziele der verkehrspolitischen Entwicklung für die nächsten Jahre mit einem Zeithorizont bis 2025 vorgibt.

Dabei stehen u. a. die Verbesserung der Stadt- und Lebensqualität durch die Stärkung des Öffentlichen Personen-Nahverkehrs, des Fuß- und Radverkehrs („Umweltverbund“) zur Reduzierung der Umweltbelastungen, die Reorganisation des Straßennetzes und Umgestaltung von Straßenräumen zugunsten der Verkehrsmittel des „Umweltverbunds“, die Förderung und Umsetzung von Innovationen und neuen Verkehrstechnologien sowie die Verbesserung der Verkehrssicherheit im Vordergrund.

Die Bundesallee und die genannten Autobahn-Zu- und Abfahrten erfüllen eine wichtige Erschließungsfunktion für den zentralen Bereich der City West. Einschränkungen dieser Funktion, die derart weitreichend sind wie die vorgeschlagenen, würden voraussichtlich zu Verkehrsverlagerungen in das umliegende Haupt- und Nebenstraßennetz und hier zu unverträglichen Lärm- und Luftschadstoffbelastungen führen.

Maßnahmen, die die Ziele des Aktionsplans 2008 unterstützen und dazu führen, das Verkehrsaufkommen insgesamt zu reduzieren, werden im weiteren Verfahren und in Abstimmung mit der Verkehrsabteilung sowie dem Bezirk geprüft.

Bei der Durchführung von größeren zusammenhängenden Instandsetzungsabschnitten in der Bundesallee soll die Verwendung von lärmarmen Asphalten geprüft werden.

Im Rahmen der Öffentlichkeitsbeteiligung wurden viele Hinweise zu möglichen weiteren Tempo-30-Abschnitten auf Hauptverkehrsstraßen gegeben. Eine Reihe von Kommentaren wendet sich aber auch gegen weitere Geschwindigkeitsbeschränkungen.

Die Vorschläge werden von uns aufbereitet und zunächst aus fachlich-akustischer Sicht bewertet und gegebenenfalls mit Prioritäten versehen. Die weitere Verfahrensweise wird dann mit der Verkehrsverwaltung und der Straßenverkehrsbehörde abgestimmt. Über die Ergebnisse werden wir im Rahmen der Lärmaktionsplanung berichten.

Tempo 30-Anordnungen aus Lärmschutzgründen sind rechtlich nur auf der Grundlage des § 45 StVO durch die Straßenverkehrsbehörde möglich. Hierfür ist aber eine Einzelfallprüfung unter Einbeziehung aller verkehrsrelevanten Belange erforderlich.

Kommentar Nr. 1

Positiv

1

Sehr durchdachter und umsetzungsfähiger Vorschlag! Man merkt dass der Autor vom Fach ist!

Kommentar Nr. 2

negativ

2

is ne Hauptstraße - wir leben nicht auf´m Dorf

Kommentar Nr. 3

Die menschengerecht Stadt - große Dinge sind einfach

3

Californias Kommentar illustriert hervorragend die anerzogene Borniertheit vieler Autofahrer, mit dem Anspruch: der innerstädtische Autoverkehr und seine Folgen sind als obligatorisch hinzunehmen. Wem das nicht passt, der soll gefälligst aufs Dorf ziehen.
Auf diesem Grundsatz gründet das Modell der autogerechten Stadt – quasi ein Vorläufermodell der „marktkonformen Demokratie“. Beides ist jedoch „nur“ politisch gewollt, also änderbar. Als ob die Hauptstraße schon immer dagewesen wäre und die Stadt drum herum gebaut wurde.
Wäre das deutsche „Wirtschaftswunder“ nicht so stark von der Auto-Industrie (die die Befriedigung von Bequemlichkeits- und Spaßbedürfnissen als Fortschritt missversteht) abhängig (gewesen), könnte der Grundsatz auch lauten: Wer in die Stadt will, muss das Auto stehen lassen. Wem das nicht passt, der muss halt draußen bleiben.

Kommentar Nr. 4

Rückbau Bundesallee JETZT!

4

Ich möchte mich dem Beitrag zum Rückbau der Bundesallee anschließen! Die Bundesallee (bis 1950 Kaiserallee) war einmal einer der schönsten und prächtigsten Boulevards Berlins. Man muss sich nur einmal alte Filme, z.B. 'Emil und die Detektive' anschauen. Die wenigen Altbauten, die den Wahnsinn unserer durchgeknallten Vorfahren überlebt haben (die die Straße zu einer autobahnähnlichen Achse verbreiterten und hierfür munter Altbausubstanz opferten oder auf Stelzen stellten), geben davon ein noch immer prächtiges Zeugnis ab. Der Rest der Bundesallee: nur noch ein Trauerspiel. Internationale Gäste, welche mich in Berlin besuchen, schütteln verwundert ihren Kopf darüber, welche Provinzialbeamten in Berlin offenbar einen derartigen Zustand tolerieren.

Nun mag man einwenden: alles Geschichte, die Straße ist nun einmal so wie sie ist. Doch das ist Quatsch! Es ist niemals zu spät! Man könnte die Straße zurückbauen auf 2 Fahrspuren je Richtung (immer noch viel), die unsinnigen Tunnel beseitigen und dann im Rahmen einer IBA die Primitivarchitektur der Nachkriegszeit durch hochwertige Wohnhäuser ersetzen. Diese Idee ist übrigens schon oft im Zuge der IBA-Diskussion diskutiert worden.

Also: dringend die Zahl der Fahrspuren reduzieren und in Kauf nehmen, dass man dabei ein paar ewig gestrige Rentner verprellt, die noch immer an die Notwendigkeit des Automobils in einer Großstadt glauben.

Kommentar Nr. 5

Man kann's auch übertreiben

5

Friedhofsruhe steht uns allen bevor und kriegen wir noch früh genug. Wer's jetzt schon absolut leise mag, der muß wohl aufs Dorf ziehen. Aber auch dort läuten die Glocken, krähen die Hähne und kläffen die Köter. Wer's mag?